Die diesjährige Herbstsammlung des Diözesan-Caritasverbandes Eichstätt findet vom 28. September bis 4. Oktober statt. "Jede Generation verdient ihre Würde" lautet das Motto. In den Pfarreien gehen Ehrenamtliche von Haus zu Haus, um Spenden zu erbitten oder sie geben Überweisungsträger aus. Mit den Einnahmen werden unter anderem Seniorinnen und Senioren mit Einschränkungen, Kinder mit besonderen Problemen, Menschen mit finanziellen Schwierigkeiten und Initiativen für Inklusion unterstützt. Diözesanadministrator und Caritaspräses Alfred Rottler erinnert in seinem Sammlungsaufruf daran, dass es in Artikel 1 des Grundgesetzes heißt: "Die Würde des Menschen ist unantastbar". Und er fragt: "Aber zollen wir wirklich jedem Menschen die Würde, die er oder sie verdient? Oder werden Pflegebedürftige, verhaltensauffällige Kinder oder Menschen mit Behinderung angesichts maroder Kassen nicht zu oft als Leistungsempfänger und Kostenfaktor wahrgenommen?" Der Caritaspräses betont: "Jeder Mensch hat als Ebenbild Gottes eine einmalige Würde, die Respekt und Achtsamkeit verdient." Deshalb setze sich die Caritas gerade für die Menschen ein, die leicht "hinten runter" zu fallen drohen. Spenderinnen und Spender für die Caritas sorgen Rottler zufolge "für ein Mehr an Hilfe, die Würde schenkt".
Für alte Menschen mit Einschränkungen und Kinder mit Problemen
Ein Rollstuhl mit elektrischer Schiebehilfe fördert nun die Mobilität von Bewohnerinnen und Bewohnern im Caritas-Seniorenheim Deining. Foto: Thomas Distler / Caritas-Seniorenheim Deining
Knapp 3.000 Euro aus der Sammlung dienen im Caritas-Seniorenheim St. Anna in Deining dazu, die soziale Teilhabe von Bewohnerinnen und Bewohnern sowie deren Anbindung an die Gemeinde zu erleichtern. Dafür wurde ein Rollstuhl mit elektrischer Schiebehilfe angeschafft, der nun aus Sammlungsgeldern refinanziert werden soll. Das Seniorenheim in Deining liegt am Ortsrand der Gemeinde. Der Fußweg in die Ortsmitte ist etwa 600 Meter weit. Auf dem Rückweg muss eine erhebliche Steigung überwunden werden, welche einen hohen Kraftaufwand erfordert. Daher war es bisher fast unmöglich, die Bewohnerinnen und Bewohner mit in den Ort zu nehmen. Doch mit einem Rollstuhl mit elektrischer Schiebehilfe kann die Steigung nach Erfahrungen in der Einrichtung ohne Probleme überwunden werden - dies wurde bereits im Vorfeld vor Ort getestet. "Das System soll allen Bewohnern zur Verfügung stehen", heißt es im Förderantrag des Seniorenheimes. Es ermögliche so auch ihnen zum Beispiel kleine Erledigungen, Einkäufe oder einen Besuch der Kirche.
Mit 5.000 Euro wird die Anschaffung von vier E-Bikes im Caritas-Kinderdorf Marienstein refinanziert. Mit ihnen wird die Mobilität der dort betreuten Jugendlichen erhöht: insbesondere am späten Abend zur Entlastung des Gruppendienstes von Fahrdiensten. Die Lage des Kinderdorfes außer- und oberhalb der Stadt sowie in fünf Kilometer Entfernung zum nächstgelegenen Bahnhof Wasserzell erschwert die eigenständige Mobilität von Jugendlichen vor allem am Abend sowie zu Zeiten, zu denen der öffentliche Nahverkehr nicht oder nur in größeren Abständen fährt. "Für Jugendliche nach einem intensiven Sporttraining oder Mädchen und jungen Frauen in der Dunkelheit ist es nur bedingt zumutbar, fünf Kilometer vom Bahnhof Wasserzell zum Kinderdorf zu gehen oder abschnittsweise ein normales Fahrrad den Anstieg von Rebdorf zum Kinderdorf zu schieben", heißt es im Förderantrag. Nun sind ihnen die E-Bikes eine Hilfe.
Mit gut 7.500 Euro wird ein von der Caritas-Kreisstelle Roth organisierter Resilienz- und Ermutigungskurs "Stark wie ein Löwe" für Grundschülerinnen und Grundschüler der Grundschule Gartenstraße in Roth in den Schuljahren 2026 bis 2028 finanziert. Dieser soll die innere Stärke, die emotionale Kompetenz sowie das Selbstbewusstsein fördern und präventiv vor Mobbing schützen. Die Kinder lernen in zwei Kursen mit jeweils drei Doppelstunden Strategien bei unterschiedlichen Konflikten und werden in ihrer Selbstsicherheit gestärkt, sodass sie auch mit schwierigen Situationen umgehen können. Die Kreisstelle Roth geht davon aus, dass sich dies positiv auf den schulischen Alltag und vor allem auf den weiteren Lebensweg der Kinder auswirken werde.
Für Spielraum für alle beim Tag der Inklusion und für arme Menschen
Das Programm beim diesjährigen Tag der Inklusion in Eichstätt stellte das Miteinander in den Mittelpunkt. Foto: Katrin Wintergerst
Mit 4.000 Euro wird der von der Offenen Behindertenarbeit (OBA) der Caritas-Sozialstation Eichstätt organisierte Tag "All Inklusiv - Spielraum für alle" am 20. Juni dieses Jahres unterstützt. "Gerade im ländlichen Raum braucht es niederschwellige, barrierearme Veranstaltungen, die Gemeinschaft fördern und Vielfalt sichtbar machen", schreiben die Verantwortlichen der Sozialstation. An dem Tag fanden Spiel- und Bewegungsangebote, Kreativ- und Mitmachaktionen wie Kunst- und Musikprojekte, Tanzaufführungen, ein Percussion-Umzug mit Menschen mit und ohne Behinderung sowie eine inklusive Disco statt. Langfristig soll sich die Veranstaltung als fester Bestandteil im Jahreskalender etablieren und die inklusive Arbeit in der Region nachhaltig unterstützen. Mit den Fördermitteln werden unter anderem Kosten für Verpflegung von Ehrenamtlichen, Werbemaßnahmen, Materialien, Leihgebühren und den Sanitätsdienst refinanziert.
30.000 Euro erhalten die Caritas-Kreisstellen aus den Sammlungsgeldern, um kurzfristig benötigte Hilfen zum Lebensunterhalt leisten zu können. Immer wieder kommt es vor, dass die Beraterinnen und Berater von Alleinerziehenden und Familien mit Kindern aufgesucht werden, die mitteilen, kein Geld für den Lebensunterhalt zu haben. In solchen dringenden Notfällen können sie den Betroffenen kleine Geldbeträge für das Nötigste an den nächsten Tagen zur Verfügung stellen - bevor die soziale Situation grundlegend besprochen werden kann. Auch geben die Caritas-Mitarbeitenden unter Umständen Zuschüsse an Menschen für dringend benötigte Medikamente oder für Brillen, wenn keine andere Stelle dafür aufkommt. Und manchmal dauert es nach Erfahrung der Sozialberaterinnen und -berater nach einer Antragstellung für Sozialleistungen eine gewisse Zeit, bis diese zur Auszahlung kommen: Dann können die Mitarbeitenden Familien zur Überbrückung dieser Zeit unterstützen.