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Stand: 21.12.2022

Pressemitteilung

„Ich fühle mich hier total wohl“

Frauentreff Eichstätt

Weihnachtsbasteln stand zuletzt auf dem Programm des Frauentreffs „Wir für uns“ des Sozialpsychiatrischen Dienstes der Caritas-Kreisstelle Eichstätt. Foto: Caritas/Esser

 

Simone P. (27) bastelt einen Adventskranz. "Den will ich dann daheim in die Küche stellen", freut sie sich. Die 68-jährige Ludmilla M. hat ein kleines Gesteck mit Holz auf Moos gelegt und verziert dieses mit Sternen. Nebendran steht ein kleiner Teller mit einer Kerze. Die beiden Damen nehmen am Frauentreff "Wir für uns" des Sozialpsychiatrischen Dienstes der Caritas-Kreisstelle Eichstätt teil. An diesem Tag ist Weihnachtsbasteln angesagt. Seit eineinhalb Jahren gibt es die Gruppe mittlerweile, die sich alle zwei Wochen montags von 17 bis 19 Uhr im großen Sitzungssaal des Caritasdienstes trifft. 

Es kommen zwischen vier und elf Teilnehmerinnen. Das Altersspektrum reicht von Jung bis Alt. "Es hat sich als sehr wertvoll herausgestellt, dass auch jüngere Besucherinnen von den Älteren profitieren sowie auch die Frauen im höheren Lebensalter sich um die Jüngeren kümmern", beobachtet Caritas-Mitarbeiterin Melanie John-Roscher, die mit ihrem Kollegen Markus Breitenhuber zusammen den Frauentreff leitet.

Viele alleinstehend

Melanie John-Roscher war bei der Erstellung der Jahresstatistik 2020 aufgefallen, "dass es viele Klientinnen gibt, die alleinstehend sind, isoliert wohnen, wenige Kontakte und wenig Tagesstruktur haben und auch in Krisen stecken". Deshalb wurde im Juni 2021 die Gruppe gegründet. Ludmilla M. ist seit Anfang an dabei. "Ich bin alleinstehend und das ist schwer. Das war es vor allem in der Coronazeit", erzählt sie. In der Gruppe hat sie die Chance bekommen, Leute mit ähnlichen Problemen kennenzulernen und ins Gespräch zu kommen. Das Wichtigste ist für Ludmilla M.: "Man kann etwas zusammen machen, zusammen spazieren, zusammen Übungen machen, zusammen basteln." Simone P. liegt insbesondere an der Vertrautheit in der Gruppe: "Ich fühle mich hier total wohl. Hier sind keine fremden Leute."

Die meisten beteiligten Frauen werden im Sozialpsychiatrischen Dienst der Caritas beraten. Doch auch andere können teilnehmen. Es hat bereits vielfältige Angebote gegeben: zum Beispiel Kreativangebote mit Acrylfarben und Serviettentechnik, Vorträge über Kneipp-Anwendungen im Alltag, Achtsamkeitstraining und eine Einführung in die Aromatherapie mit der Herstellung eines Peelings und Lippenbalsams für die Frauen. Vor allem im Sommer wurden Spaziergänge und Wanderungen sowie Biergartenbesuche und Frühstückstreffs durchgeführt. "Im Oktober 2022 fand erstmalig auch ein Tagesausflug ins Fränkische Seenland an den Brombachsee statt, welcher für gute Resonanz gesorgt hat", informiert Melanie John-Roscher.  

Diese hält es vor allem für wichtig, dass die Frauen neue Freundschaften knüpfen und sich auch in der Freizeit treffen. "Es war etwas Schönes, vor kurzem mitzuerleben, dass sich zwei jüngere Frauen auf diesem Weg gefunden haben und jetzt auch permanent in Kontakt stehen, sowohl in Telefonaten als auch in persönlichen Treffen." Ab und zu hat auch der Frauentreff selbst schon ohne professionelle Begleitung stattgefunden. Auch das war und ist eines der Ziele der Gruppe. Klar war auch von Anfang an, dass aufgrund des sozialpsychiatrischen Hintergrundes immer einmal wieder Teilnehmerinnen ausfallen. "Gründe dafür sind Krankheit, Krisen, Krankenhaus- und Rehabilitationsaufenthalte, jahreszeitliche und wetterbedingte Ursachen, fahrtechnische Umstände und fehlende Flexibilität", erklärt Diplom-Sozialpädagogin Melanie John-Roscher. Dennoch habe sich ein "Stamm" an Beteiligten gebildet, die das Treffen regelmäßig aufsuchen.

Von Caritasstiftung unterstützt

Zufrieden mit dem bisherigen Verlauf des Frauentreffs hatte sich vor kurzem auch Caritas-Kreisstellenleiter Josef Wintergerst bei einem Besuch einer Sitzung der Caritasstiftung Eichstätt gezeigt. Die Stiftung unterstützt das Projekt mit 5.000 Euro. Bei der Initiative unter dem Motto "Gleiche treffen sich unter Gleichen" tue den Beteiligten insbesondere nach der mit Einschränkungen verbundenen Coronazeit "der echte menschliche Kontakt gut", so Wintergerst. "Ziel ist, dass die Gruppe dauerhaft bleibt." Melanie John-Roscher ergänzt: "Und dass sich auch noch anderen Frauen von unserem Angebot angesprochen fühlen und kommen."